Wissen, fragen oder glauben?

Die Wissenden:
Ihre Stimmen nehmen überhand,
sind von sich selbst überzeugt, haben recht, sagen an.
Mit schrillen, starken Worten,
posten sie alles andere zu,
haben die Wahrheit für sich gepachtet und erkannt.
Ihr Feindbild ist längst ausgemacht.
Der Täter, der Geisteskranke, der Asylant.

Die Fragenden:
Wer fragt nach den Dramen hinter den Fassaden,
den Opfern, die im Blut ihrer Tränen baden?
Jeder, der jetzt leiser wird und innerlich zerrissen ist,
fühlt sich einsam im Chor derer, die wissen, wie es geht.
Würden sie selbst sich hinterfragen,
müssten sie in ihre eigenen Abgründe sehn.
Ist es wirklich so einfach?
Ein, nur immer so weiter?
Hauptsache, wir halten die Verrückten in Schach und
sind dabei selbst die Mitte, das Maß?
Was hat das alles mit mir zu tun,
meinen Ansprüchen, meinem Handeln, meinem Tun?

Ein Fragender:
Wer bin ich als Mensch, wo komm ich her?
Gibt es einen, der mich kennt und sieht?
Bin ich nur Zufallsknall, oder gemeint und geliebt?

Ein Wissender:
Jetzt bitte nicht mit Gott kommen, der ist doch an allem schuld!
Ohne den wär doch alles besser, toleranter und gut!
Der hat uns doch das Unheil erst gebracht,
der und die Politiker, das ist doch klar!

Ein Gläubiger:
Ich frage dich: Welchen Gott meinst du denn, den der da bleibt, wo keiner mehr ist,
der dich trösten will und deine Abgründe sieht? Du bist auch nur ein Mensch, ob du´s glaubst, oder nicht, auch wenn du in einer reichen Gesellschaft aufgewachsen bist.
Ich kann akzeptieren, dass Du nichts von ihm wissen willst, doch eigentlich müsstest du sehen, wie dringend nötig er ist, denn es geht nicht um Ungläubige, sondern um nach Hoffnung Suchende, nicht um Rache, sondern um Rettung, nicht um Tod, sondern um das Leben nicht um Vergeltung, aber um Versöhnung. Bei all dem ist mir eins bewusst: Wir sind nur Menschen und in jedem von uns stecken Zorn und Wut. Du kannst immer mit Gott reden, zu ihm gehen, wenn falsche Feuer in dir schwelen. Hörst du die Stimme von Jesus, die der Liebe und des Friedens, nicht der Vergeltung, der Rache und der Kriege, seine Botschaft der Vergebung und nicht des Todes:
Diese Stimme schreit nicht und macht auch keine Quote.

Jes. 42, Verse 2 - 3 »Er wird nicht schreien noch rufen, und seine Stimme wird man nicht hören auf den Gassen. Das zerstoßene Rohr wird er nicht zerbrechen, und den glimmenden Docht wird er nicht auslöschen«

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